Dienstag, 24. März 2015

Der Flaneur ist tot / es lebe das Flanieren. Der Wookie sagt danke für die 6 Jahre.


... und deshalb mach ich jetzt diesen Blog hier kaputt! ^^

2395 Post. In sechs Jahren, keinen Tag geschwänzt - weder die Uni, noch irgendeine Schule kann dit von sich behaupten ;). 

Ok, manchmal wurde bei der Publikationszeit geflunktert, aber ich hab brav täglich geblog(g)t, wie es eben auch in der ersten Selbstverortung irgendwann 2009 festgelegt wurde. Und ich blieb diesem Stilprinzip sechs Jahre lang treu, sogar ein Schaltjahr wurde mitgenommen.

Kurz auf ne mathematische Formel gebracht heisst dit: 365 x 6 + 1 = 2191 - 2395 = - 204. Soso, es schlichen sich also sogar noch knapp 200 Doppelposts ein, war mir jetzt so überhaupt nicht bewusst. 

Aber heute am Jahrestag ist Schluss, diese Torte ist die letzte. Ich höre - wie bereits mehrfach angedeutet - auf. Der digitale Flaneur bestand in dieser Form vom 24. März 2009 bis heute. Heute sage ich der Flaneur ist tot / es lebe das Flanieren. Happy Birthday.

Die Gründe hierfür sind vielfältig. In meinen Augen ist Bloggen leider nicht mehr das Gleiche wie früher. An die Stelle der wertschätzenden Blogrolls, des reziproken Hochschaukelns, der endlosen Kommentardebatten, des ausführlichen Textens und einer gewissen Tiefgründigkeit sind heute Klickzahlen, Gossipfrömmigkeit, Geschwindigkeitswahn - kurz das Diktat der Unmittelbarkeit getreten. 

Blogs werden heute nicht mehr aufgerufen, sondern nur noch in der Vorschau gelesen. Ist zwar ne Kleinigkeit, aber kann es sein, dass gerade diese Veränderung der Nutzung des Webs, der Neugier mancher Menschen abträglich war? Ich vermisse die Blogdigger. Den Austausch, der über Hatemails und Countertrollism hinausgeht. Früher kamen nach Beiträgen Mails/Comments mit Tipps oder Hinweise auf andere Texte oder Musik. Heute. Stille. Nee, richtigerweise muss man sagen Grundrauschen. Leider unbefriedigend.

Klar kann man mir jetzt Kulturpessimismus und andere Worte, die man nie verstanden hat, unterstellen. Aber janz ehrlich - euch mache ich sehr gerne den Spengler und streue euch sogar noch Zucker übers Zyankali, bin ja ein liebenswerter Wookie. 

Liebe Vorwerfende, spart euch den Atem, ihr seid enttarnt, man muss doch nur einfach euren Geiferspuren folgen. Man kennt euch aus den Stadien. Miminalmotorisch begabt, oftmals ausdrucks- und bewegungsgehemmt, aber lautstark über die Aktivkräfte aufm Platz am hetzen. Niemals selbst nur in der geringsten Weise kreativ, aber laut. Schon putzig, wie ihr in euren hübsch anonymisierten Webwaben Diskurse simuliert (oder einfach nur trollt). Aber hey, es ist kein Blick zurück im Hass, ich habe ja geliefert und solche hämische Biotope muss man in diesem Socialmediazän einfach zu akzeptieren wissen, ich kümmere mich jetzt lieber um die anderen.

Natürlich steckt man sechs Jahre lang Kraft, Zeit, Kreativität, Haltung und Inhalt nicht in ein Projekt, dass man nicht liebt und welches nicht von anderen geliebt wird. Ich habe während der Flaneurzeit einige mir inzwischen wirklich wertvoll gewordene Menschen kennengelernt, manche hab ich sogar angefasst und mit ihnen im Reallife Reallachen genossen. Diesen Menschen will ich danke sagen. 

Einfach weil ihr immer die Hörer/Leser gewesen seid, an die sich meine Posts richteten. Ich habe einige wirklich bewegende Mail bekommen, wie meine Art Dinge zu betrachten, zu schildern, zu analysieren, zu beurteilen, Prozesse in Menschen losgetreten hat. Dieser Austausch ist ein Privileg, und diesem bin ich mir sehr bewusst. Danke, dass ich an euch teilhaben durfte. 

Danke auch an die Menschenkinder, die mich beim unverklemmten Feiern plötzlich mehr als verdutzt angeglotzt haben, weil sie mich - also den grinsenden-schnackenden Typ mit dem Bier in der Hand einfach nicht in Übereinstimmung mit der (O-Ton) "hochgestochenen Sprache" des Blogs bringen konnten, die sich dann aber wenigstens zu ihren Klischees bekannten.

Danke an all die Leute, die sich mit ihrem ganz persönlichen Anliegen an mich wendeten, die unaufgefordert Mucke schickten, ZUVOR aber das Impressum gelesen hatten und nicht vom sehr geehrten "Flaneurteam" sprachen. 

Ein besonderes Dankeschönknurren sendet der Wookie an den Cpt. Pudding aka the one & only Chiefgeek of progolog, der immer gerne und exklusiv meine PWA-Mixes (Penguins With Attitude) in die Wolke warf & der auch (charmant, wie er nun ma ist) charmant rumnervte, wenn ich mal wieder zu lange auf ne Mix warten liess.

An all die Leute, die mich früher(tm) in ihre Blogroll aufnahmen, mich weiterempfahlen, retweeteten, kritisierten, lobten, hassten, liebten. Ohne euch wäre früher Schluss gewesen. Aber ich bin des täglichen Bloggens müde. Ich wollte immer kompromisslos eigenständig/eigensinnig sein. Ein "Special Interest"-Fleckchen. Eine sonnige Insel im Klickozean, wo Freitag dir tagträumerische Beats aufs Ohr drückt und dich zur Alltagspause auffordert. Ein Sammler von Pünktchen, die nicht nur Anton gefielen. 

Und genau dies fühle ich nicht mehr. Ich bin an einem Punkt, an dem ich mich entscheiden muss, will ich dieses Projekt als beendet erklären oder Dinge publizieren, hinter denen ich nicht stehe?

Da der Jahrestag eh anstand, ging ich in mich und entschied mich für Folgendes: Der Flaneur ist tot / es lebe das Flanieren. Die kleine stille Insel bleibt bestehen (darum baten mich einige Leser nach der ersten Ankündigung den Flaneur zu schliessen), aber sie wird ab heute nicht mehr bespielt. 

Von mir werdet ihr sicherlich noch das ein oder andere hören, schliesslich gibt es ja noch diesen ominösen Twitteraccount, den mighty Tageskraken-Tumblr, den prostcast & die Neuköllner Spätlese (ja, wir werden demnächst wieder endlich wieder einen Cast recorden ;D) und die gegenwärtig geparkte Always Carry A Beer-Sause mit der liebenswürdigsten aller Crumpy Cats ist auch nicht tot!

Sicherlich werde ich auch mal wieder bei Yay!Comics auftauchen, und das so mächtige Spaghettimonster will auch endlich mal wieder mal einen Narratives-Cast aufnehmen (oder ein Interview führen) - ach ja! #TheArtOfTheState - meine monatliche Kolumne auf raputation.de darf natürlich auch nicht unterschlagen werden! Ahoi! 

So jetzt Kinder, los geht flanieren, hier gibt es nichts mehr zu sehen *PeterLustigVoice*


Die Freunde der Penguine sagen ... auf Wiedersehen und was jetzt zu sagen bleibt ist folgendes: 





Montag, 23. März 2015

#Montagsmorgenjazz #50: Romano Mussolini. Wenn Faschistensöhne musizieren.




Zur 50ten Bespielung dieser Rubrik und somit gleichzeitig zu ihrem Finale - damn! ein perfektes Timing beweist dieser Wookie, wa? - kann man sich mal was Exotisches, Ausgefallenes gönnen, oder? Wie wärs mit Faschistensöhnejazz? Richtig! Romano Mussolini ist der Abkömmling von Benito, hat aber deutlich mehr Swing, als sein stets Stakkato brabbelnder Papa. Stelle mir gerade einen krautrockenden Mucker mit Scheitel vor, Sun Ra Hit La oder so. Ich lolliere gerade leicht! 

Sonntag, 22. März 2015

#VisualHeadbutt #29: Memento Mori Infantia. Gedenke, dass deine Kindheit sterblich ist


Einer der ersten Posts beim Flaneur war ein Lobgesang auf Calvin & Hobbes, (lesbar hier) auf den ich auch noch heute, inzwischen sechs Jahre später, ein bissl stolz bin. Daher ist es nur folgerichtig, wenn wir den Kreis schliessen, mit einem Post zu Calvin & seiner Tagtraumkatze als einen der letzten Posts beim Flaneur.

Samstag, 21. März 2015

#Alphasprossencontent #32: Die letzte Sprosse ... #EureLieblingsrubrik dankt ab.



Die letzte Sprosse des #Alphasprossen-Titelinhabers. Ich werde zwar ohnehin (sehr zum Ärger der Konkurrenz) der ewige Trägers dieses Ehrentitels sein, aber da keiner an die Spitze wollte und den König tötete, danke ich eben grinsend ab. Mit einem lauten Knall. Und zwei Fotos der wunderbaren Noora Lappi, die in schwarzweiss tatsächlich hinreissend ausschaut. Manche Menschenkinder können ja diese Welt nicht anders betrachten, da dachte sich der herzensgute Wookie, komm ich inkludiere die mal.